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Viele Tierärzt:innen verlassen nicht die Tiermedizin – sondern ihre Arbeitsbedingungen

24. Apr. 2026

Ein Gespräch mit Achim Diek­mann über Fach­kräf­te­man­gel, Arbeits­rea­li­tät und Füh­rungs­kul­tur in Tier­arzt­pra­xen.

Der Fach­kräf­te­man­gel ist seit Jah­ren eines der meist­dis­ku­tier­ten The­men in der Tier­me­di­zin. Pra­xen berich­ten über unbe­setz­te Stel­len und stei­gen­den Druck im Arbeits­all­tag. Gleich­zei­tig erzäh­len vie­le ange­stell­te Tierärzt:innen von Über­stun­den, Per­so­nal­lü­cken und wach­sen­der Frus­tra­ti­on im Beruf. Die­se schein­bar wider­sprüch­li­che Situa­ti­on war Aus­gangs­punkt für das Buch „Per­so­nal­man­gel durch Manage­ment­feh­ler“, das Achim Diek­mann gemein­sam mit Oli­ver Note­born ver­öf­fent­licht hat.

Dr. Eli­sa­beth Bran­de­bu­se­mey­er, 1. Vor­sit­zen­de des BaT, führ­te ein Inter­view mit Diplom-Jurist Achim Diek­mann, einem erfah­re­nen Unter­neh­mens­be­ra­ter und Dozen­ten an der Saxi­on Uni­ver­si­ty of Appli­ed Sci­en­ces (Ensche­de) und ver­schie­de­nen Fach­schu­len im Gesund­heits­we­sen. Mit sei­ner lang­jäh­ri­gen Erfah­rung in der Tier­me­di­zin, im Pra­xis­ma­nage­ment und in der beruf­li­chen Wei­ter­bil­dung hat er es sich zur Auf­ga­be gemacht, pra­xis­na­he und fun­dier­te Inhal­te für die Bran­che bereit­zu­stel­len. Sein beson­de­rer Fokus liegt dabei auf der Opti­mie­rung von Pro­zes­sen in Tier­arzt­pra­xen, um nach­hal­ti­ge Ver­bes­se­run­gen im Arbeits­all­tag zu ermög­li­chen.

Herr Diek­mann, vie­le ange­stell­te Tierärzt:innen berich­ten von hoher Arbeits­be­las­tung, lan­gen Arbeits­zei­ten und zuneh­men­dem Druck im Pra­xis­all­tag. Gleich­zei­tig hören wir von Praxisinhaber:innen immer wie­der den Satz: „Wir fin­den ein­fach kein Per­so­nal mehr.“ Wie passt das zusam­men?

Achim Diek­mann:

Die­se bei­den Beob­ach­tun­gen gehö­ren tat­säch­lich zusam­men. Vie­le ange­stell­te Tierärzt:innen arbei­ten heu­te an oder über ihrer Belas­tungs­gren­ze. Gleich­zei­tig haben Pra­xen Schwie­rig­kei­ten, neue Mitarbeiter:innen zu fin­den oder lang­fris­tig zu hal­ten.

Wenn man bei­de Per­spek­ti­ven zusam­men­denkt, ergibt sich eine unbe­que­me Fra­ge: Liegt der Per­so­nal­man­gel aus­schließ­lich am Arbeits­markt – oder auch an den Bedin­gun­gen, unter denen Men­schen arbei­ten sol­len? Genau die­se Fra­ge haben wir im Buch „Per­so­nal­man­gel durch Manage­ment­feh­ler“ unter­sucht. Dabei zeigt sich: Der Arbeits­markt ist ange­spannt, aber vie­le Pro­ble­me ent­ste­hen inner­halb der Pra­xen selbst.

Das klingt nach einer deut­li­chen Kri­tik an den Struk­tu­ren in vie­len Pra­xen.

Achim Diek­mann:

Es geht weni­ger um Kri­tik als um Ana­ly­se. Die Tier­me­di­zin hat sich in den letz­ten Jah­ren stark ver­än­dert. Pra­xen sind grö­ßer gewor­den, Teams kom­ple­xer, wirt­schaft­li­cher Druck und orga­ni­sa­to­ri­sche Anfor­de­run­gen haben deut­lich zuge­nom­men. Vie­le Praxisinhaber:innen befin­den sich des­halb in einer Situa­ti­on, in der sie gleich­zei­tig meh­re­re Rol­len erfül­len müs­sen: Sie sind Tierärzt:in, Unternehmer:in, Personalverantwortliche:r und Organisationsleiter:in zugleich. Das ist eine enor­me Her­aus­for­de­rung – und nicht sel­ten führt sie dazu, dass orga­ni­sa­to­ri­sche Auf­ga­ben im All­tag zu kurz kom­men.

Für ange­stell­te Tierärzt:innen zeigt sich das dann häu­fig in ganz kon­kre­ten Situa­tio­nen: kurz­fris­ti­ge Dienst­plan­än­de­run­gen, unkla­re Zustän­dig­kei­ten oder feh­len­de Zeit für Kom­mu­ni­ka­ti­on im Team sind für vie­le Pra­xen All­tag.

Vie­le ange­stell­te Tierärzt:innen berich­ten genau davon: dass orga­ni­sa­to­ri­sche Auf­ga­ben zuneh­mend auf sie selbst zurück­fal­len.

Achim Diek­mann:

Das beob­ach­ten wir tat­säch­lich häu­fig. Tierärzt:innen wer­den her­vor­ra­gend medi­zi­nisch aus­ge­bil­det – aber The­men wie Pra­xis­or­ga­ni­sa­ti­on, Per­so­nal­füh­rung oder betrieb­li­che Abläu­fe spie­len in der Aus­bil­dung kaum eine Rol­le. Wenn die­se Auf­ga­ben in der Pra­xis nicht klar ver­teilt sind, ent­ste­hen auto­ma­tisch Lücken. Und die­se Lücken wer­den im All­tag häu­fig von den­je­ni­gen geschlos­sen, die gera­de ver­füg­bar sind – oft also von den Tierärzt:innen selbst. Das führt zu einer Situa­ti­on, in der medi­zi­ni­sche Arbeit und orga­ni­sa­to­ri­sche Ver­ant­wor­tung gleich­zei­tig bewäl­tigt wer­den müs­sen. Für vie­le ange­stell­te Tierärzt:innen bedeu­tet das zusätz­li­chen Druck.

Sie spre­chen im Buch von einem „Manage­ment-Vaku­um“. Was mei­nen Sie damit?

Achim Diek­mann:

Mit die­sem Begriff beschrei­ben wir eine Situa­ti­on, die in vie­len Orga­ni­sa­tio­nen vor­kommt: Fach­lich her­vor­ra­gen­de Mitarbeiter:innen wer­den in Füh­rungs­rol­len gebracht, ohne dar­auf vor­be­rei­tet zu sein. In der Tier­me­di­zin ist das beson­ders häu­fig. Wer eine Pra­xis grün­det oder über­nimmt, tut das in ers­ter Linie als Tierärzt:in – nicht als Manager:in. Füh­rung wird dann oft neben­bei erle­digt. Das führt zu einer para­do­xen Situa­ti­on: Men­schen mit gro­ßer fach­li­cher Kom­pe­tenz tra­gen plötz­lich Ver­ant­wor­tung für Team­füh­rung, Kon­flikt­ma­nage­ment oder Per­so­nal­ent­wick­lung, ohne dass sie dafür struk­tu­rell vor­be­rei­tet wur­den.

Für ange­stell­te Tierärzt:innen äußert sich das oft in feh­len­der Ori­en­tie­rung: Ent­schei­dun­gen wer­den kurz­fris­tig getrof­fen, Zustän­dig­kei­ten blei­ben unklar, Kom­mu­ni­ka­ti­on fin­det haupt­säch­lich unter Zeit­druck statt.

Vie­le Pra­xen ver­su­chen der­zeit gegen­zu­steu­ern – etwa mit Bene­fits oder zusätz­li­chen Ange­bo­ten. Ist das aus Ihrer Sicht der rich­ti­ge Weg?

Achim Diek­mann:

Sol­che Ange­bo­te kön­nen durch­aus sinn­voll sein. Aber sie lösen sel­ten die grund­le­gen­den struk­tu­rel­len Fra­gen. Wenn Arbeits­or­ga­ni­sa­ti­on, Dienst­pla­nung oder Kom­mu­ni­ka­ti­on im Team nicht funk­tio­nie­ren, las­sen sich die­se Pro­ble­me nicht durch ein­zel­ne Zusatz­an­ge­bo­te kom­pen­sie­ren.

Für vie­le ange­stell­te Tierärzt:innen sind ande­re Fak­to­ren ent­schei­dend: Plan­ba­re Arbeits­zei­ten, ein ver­läss­li­cher Dienst­plan und kla­re Kom­mu­ni­ka­ti­on. Und nicht zuletzt die Mög­lich­keit, sich fach­lich und per­sön­lich wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Wenn die­se Grund­la­gen stim­men, ent­steht auto­ma­tisch eine attrak­ti­ve­re Arbeits­um­ge­bung.

Gera­de jun­ge Tierärzt:innen schei­nen heu­te stär­ker auf Arbeits­be­din­gun­gen zu ach­ten. Beob­ach­ten Sie das auch?

Achim Diek­mann:

Ja, und ich hal­te das für eine sehr gesun­de Ent­wick­lung. Vie­le jun­ge Tierärzt:innen haben gese­hen, wie stark Arbeit das Leben ihrer Vor­gän­ger­ge­ne­ra­ti­on geprägt hat. Sie stel­len heu­te bewusst die Fra­ge, unter wel­chen Bedin­gun­gen sie lang­fris­tig arbei­ten möch­ten. Dabei geht es nicht nur um Work-Life-Balan­ce, son­dern vor allem um pro­fes­sio­nel­le Arbeits­struk­tu­ren. Vie­le wol­len ihren Beruf mit Enga­ge­ment aus­üben – aber sie möch­ten nicht dau­er­haft in einem Umfeld arbei­ten, das orga­ni­sa­to­risch per­ma­nent im Kri­sen­mo­dus läuft.

Sie spre­chen also nicht von man­geln­der Belast­bar­keit, son­dern von ver­än­der­ten Erwar­tun­gen?

Achim Diek­mann:

Genau. Es wäre zu ein­fach, das Ver­hal­ten jün­ge­rer Gene­ra­tio­nen als man­geln­de Belast­bar­keit zu inter­pre­tie­ren. Viel­mehr beob­ach­ten wir, dass Men­schen heu­te stär­ker dar­auf ach­ten, ob ihre Arbeit sinn­voll orga­ni­siert ist und ob Füh­rung trans­pa­rent und nach­voll­zieh­bar erfolgt. Das ist letzt­lich eine Pro­fes­sio­na­li­sie­rung der Arbeits­kul­tur.

Wel­che Rol­le spielt dabei die Füh­rung?

Achim Diek­mann:

Füh­rung spielt eine ganz zen­tra­le Rol­le. Füh­rung bedeu­tet nicht nur, Ent­schei­dun­gen zu tref­fen. Sie bedeu­tet vor allem, Rah­men­be­din­gun­gen zu schaf­fen, unter denen Men­schen gute Arbeit leis­ten kön­nen. Dazu gehört es, im Team die Rol­len­ver­tei­lung klar zu regeln und trans­pa­rent zu kom­mu­ni­zie­ren. Vor allem muß eine rea­lis­ti­sche Arbeits­pla­nung sicher­ge­stellt wer­den. Und: eine Kul­tur, in der Pro­ble­me offen ange­spro­chen wer­den kön­nen. Wenn die­se Fak­to­ren feh­len, ent­steht schnell Frus­tra­ti­on – selbst in Teams mit hoher fach­li­cher Kom­pe­tenz.

Was wür­den Sie ange­stell­ten Tierärzt:innen raten, die über einen Arbeits­platz­wech­sel nach­den­ken?

Achim Diek­mann:

Es lohnt sich, bei der Wahl eines Arbeits­plat­zes genau­er hin­zu­schau­en. Neben Gehalt oder Stand­ort sind auch ande­re Fak­to­ren bedeut­sam: Wie ist die Pra­xis orga­ni­siert? Wie wer­den Dienst­plä­ne erstellt? Wie wer­den Ent­schei­dun­gen im Team getrof­fen? Wel­che Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten gibt es? Pra­xen, die sol­che Fra­gen trans­pa­rent beant­wor­ten kön­nen, bie­ten meist auch lang­fris­tig sta­bi­le­re Arbeits­be­din­gun­gen.


Und was wür­den Sie Praxisinhaber:innen raten?

Achim Diek­mann:

Sie soll­ten bereit sein, sich selbst und die Orga­ni­sa­ti­on ihrer Pra­xis kri­tisch zu hin­ter­fra­gen. In vie­len Fäl­len liegt der Schlüs­sel in den eige­nen Struk­tu­ren. Ein sinn­vol­ler ers­ter Schritt kann sein, sich drei ein­fa­che Fra­gen zu stel­len: Was wol­len mei­ne Mitarbeiter:innen? Was kön­nen sie? Und was brau­chen sie, um ihre Arbeit lang­fris­tig gut zu machen?

Genau­so wich­tig ist aber auch die Per­spek­ti­ve der ange­stell­ten Tierärzt:innen. Sie soll­ten sich bewusst machen, dass gute Arbeits­be­din­gun­gen kein Zufall sind. Wer einen Arbeits­platz wählt, soll­te des­halb nicht nur auf Gehalt oder Stand­ort schau­en, son­dern auch auf Orga­ni­sa­ti­on, Dienst­pla­nung und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kul­tur.

Wenn bei­de Sei­ten — Praxisinhaber:innen und ange­stell­te Tierärzt:innen — begin­nen, die­se Fra­gen offen zu stel­len, ent­steht der ers­te Schritt aus dem Kreis­lauf von Über­las­tung und Per­so­nal­man­gel her­aus. Genau dar­um geht es letzt­lich auch in unse­rem Buch: die orga­ni­sa­to­ri­schen Zusam­men­hän­ge sicht­bar zu machen, die häu­fig hin­ter dem Schlag­wort „Fach­kräf­te­man­gel“ ver­bor­gen blei­ben.

Wir bedan­ken uns herz­lich bei Achim Diek­mann für das inter­es­san­te Gespräch.

Zum Buch: Achim Diek­mann, Oli­ver Note­born: Per­so­nal­man­gel durch Manage­ment­feh­ler
Mop­pe­ria Köln, 2025. ISBN 978–3‑9826783–4‑4. € 19,50

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