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GOT 2026 im Fokus: BaT-Positionen zu Kosten und medialer Darstellung

05. Juni 2026

Eine flä­chen­de­cken­de tier­ärzt­li­che Ver­sor­gung, fai­re Arbeits­be­din­gun­gen und eine moder­ne Gebüh­ren­ord­nung gehö­ren zusam­men. Mit sei­nen Posi­tio­nen zur Wei­ter­ent­wick­lung der GOT setzt sich der BaT für eine star­ke, unab­hän­gi­ge und zukunfts­fä­hi­ge Tier­me­di­zin ein.

Inhalt

Togg­le
  • Wei­te­re GOT-Erhö­hung unaus­weich­lich
  • Fai­re Löh­ne sichern Fach­kräf­te
  • Tier­schutz beginnt bei Ver­ant­wor­tung
  • GOT pro Selb­stän­dig­keit
  • Trans­pa­renz, The­ra­pie­frei­heit und Tarif­ver­trä­ge
  • Wert­schät­zung auch mone­tär
  • Die GOT zukunfts­fest machen
  • Qua­li­tät hat ihren Wert

Weitere GOT-Erhöhung unausweichlich

Es braucht eine (wei­te­re) Erhö­hung der GOT, um die tier­ärzt­li­che Ver­sor­gung (auch im Not­fall) sicher­zu­stel­len.

Faire Löhne sichern Fachkräfte

In einem ers­ten Schritt, mit der GOT-Novel­le 2022, wur­de die finan­zi­el­le Situation/Ausstattung in den Praxen/Kliniken ver­bes­sert, indem der all­ge­mei­ne Preis­an­stieg der ver­gan­ge­nen Jah­re und der Fort­schritt der Tier­me­di­zin mit Auf­nah­me neu­er Posi­tio­nen berück­sich­tigt wur­den.

In einem zwei­ten Schritt, mit der anste­hen­den GOT-Anpas­sung, müs­sen die Gehäl­ter der Ange­stell­ten in der Tier­me­di­zin (> 50 % der prak­ti­zie­ren­den Tierärzt:innen sind mitt­ler­wei­le ange­stellt) und der TFA stei­gen.

Der belast­ba­re Beleg dafür, dass dies bereits gesche­hen sei, steht aus. So gaben 59 % der ange­stell­ten Tierärzt:innen im TVD Gehalts­re­port 2026 an, mit ihrem aktu­el­len Net­to­ge­halt ihren Lebens­stan­dard nicht zufrie­den­stel­lend sichern zu kön­nen.

Laut aktu­el­ler Stu­die des BaT stie­gen die Gehäl­ter seit 2020 um etwa 19 %, jedoch schwä­cher als die all­ge­mei­ne Lohn­ent­wick­lung in Deutsch­land (23 %). Folg­lich ver­grö­ßert sich der Abstand, beson­ders zu ande­ren aka­de­mi­schen Beru­fen, wei­ter.

Tierschutz beginnt bei Verantwortung

Tier­schutz ist im Grund­ge­setz ver­an­kert. Das bedeu­tet, jeder Tier­hal­ten­de ist ihm ver­pflich­tet. Die Anschaf­fung eines Tie­res beinhal­tet die Ver­ant­wor­tung für des­sen Wohl­erge­hen und setzt aus­rei­chen­de finan­zi­el­le Mit­tel vor­aus.

Durch Pro­phy­la­xe vor The­ra­pie, auch im Hin­blick auf züch­te­ri­sche Maß­nah­men (Stich­wort Qual­zucht), Begren­zung des Imports (kran­ker) Hun­de aus dem Aus­land, aus­rei­chen­de finan­zi­el­le Aus­stat­tung von Tier­hei­men und Tier­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen in Deutsch­land, Auf­klä­rungs­kam­pa­gnen und auch Kon­trol­le wo nötig, sei es in der Hob­by- wie auch in der pro­fes­sio­nel­len Tier­hal­tung, ist Gesund­heit als Ziel zu prio­ri­sie­ren, um unnö­ti­ge Kos­ten im Sys­tem zu ver­mei­den.

Die Quer­fi­nan­zie­rung von Tier­schutz durch Tierärzt:innen ist obso­let (sie­he Beschlüs­se des 30. Deut­schen Tier­ärz­te­ta­ges).

GOT pro Selbständigkeit

Nach der Auf­nah­me neu­er, wich­ti­ger Posi­tio­nen in die letz­te GOT, um dem Fort­schritt in der Tier­me­di­zin Rech­nung zu tra­gen, ist eine Grund­satz­ent­schei­dung nötig, wel­che Gewich­tung vor­zu­neh­men ist. Ana­log zu Über­le­gun­gen im Zusam­men­hang mit der Gebüh­ren­ord­nung für Ärz­te (GOÄ) regen wir an, haus­tier­ärzt­li­che Leis­tun­gen gegen­über der „Gerä­te­me­di­zin“ höher zu bewer­ten.

Damit wer­den die Selb­stän­dig­keit und die Exis­tenz klei­ne­rer Pra­xen gestärkt. Auch wird einer zuneh­men­den Ver­schie­bung des Bran­chen­um­sat­zes in Rich­tung Großinvestoren/Corporates vor­ge­beugt, die bereits jetzt einen Anteil von fast 50 % ver­bu­chen.

Selbst­ver­ständ­lich müs­sen sich teu­re Gerä­te amor­ti­sie­ren. Gleich­zei­tig wird ein Groß­teil der tier­me­di­zi­ni­schen Ver­sor­gung (auch im Not­dienst) in klei­nen und mitt­le­ren Ein­hei­ten geleis­tet (sie­he Tier­ärz­te Atlas S.43), die es zu stär­ken gilt.

Transparenz, Therapiefreiheit und Tarifverträge

Dem Wan­del in der Tier­me­di­zin hin zu grö­ße­ren Ein­hei­ten, die nicht inha­ber­ge­führt sind, son­dern von Inves­to­ren betrie­ben wer­den, ist poli­tisch Rech­nung zu tra­gen. Auf den ers­ten Blick muss auch für Tier­hal­ten­de ersicht­lich sein, wer Betrei­ber einer Pra­xis oder Kli­nik ist.

Die Prin­zi­pi­en der sozia­len Markt­wirt­schaft mit Ver­hin­de­rung von Mono­po­len und die Ein­hal­tung des Arbeits­rech­tes in der Tier­me­di­zin gilt es ver­stärkt in den Fokus zu neh­men.  Eben­so die Säu­len der deut­schen Arbeits­markt­ord­nung, in der Tarif­ver­trä­ge für einen kol­lek­ti­ven Schutz und Stan­dards für die Arbeit­neh­men­den sor­gen und Betriebs­rä­te deren Inter­es­sen gegen­über der Geschäfts­füh­rung ver­tre­ten.

Für ange­stell­te Tierärzt:innen garan­tiert die Zuge­hö­rig­keit zu den frei­en (Heil-)Berufen die fach­lich unab­hän­gi­ge Ent­schei­dungs­frei­heit über Dia­gnos­tik und The­ra­pie.

Die­se Unab­hän­gig­keit ist zwin­gend zu erhal­ten, da mit dem zuneh­men­den Enga­ge­ment berufs­frem­der Akteu­re und dem ver­stärk­ten Ein­satz von Fremd­ka­pi­tal in der Tier­me­di­zin die Gefahr besteht, dass The­ra­pie­ent­schei­dun­gen dem betriebs­wirt­schaft­li­chen Kos­ten­druck unter­ge­ord­net wer­den. Als Leit­schnur kann der Ethik-Kodex der Tier­ärz­tin­nen und Tier­ärz­te Deutsch­lands die­nen.

Wertschätzung auch monetär

Der Dis­kre­di­tie­rung des tier­ärzt­li­chen Berufs­stan­des, beson­ders von Sei­ten der Deut­schen Rei­ter­li­chen Ver­ei­ni­gung (FN) und in den sozia­len Medi­en, ist ent­schie­den ent­ge­gen­zu­tre­ten. Tier­me­di­zin ist einer der anspruchs­volls­ten Stu­di­en­gän­ge.

Lan­ge befand sich die Ent­loh­nung und befin­det sich in Tei­len noch, am unte­ren Ende ver­gli­chen mit ande­ren aka­de­mi­schen Beru­fen. Berufsanfänger:innen erhal­ten durch­schnitt­lich nur ca. 21,35 € brut­to pro Stun­de. Das Ein­kom­men liegt deut­lich unter dem von Humanmediziner:innen (sie­he aktu­el­le BaT-Stu­die). Dies führt zu Abwan­de­rung, Fach­kräf­te­man­gel und einer Gefähr­dung der Ver­sor­gung.

Tier­ärzt­li­che Tätig­keit ist kein Ehren­amt. Tier­ärzt­li­che Pra­xen und Kli­ni­ken sind nach unter­neh­me­ri­schen, betriebs­wirt­schaft­li­chen Regeln zu füh­ren. Die ein­sei­ti­ge Dar­stel­lung von Extrem­bei­spie­len bei der tier­ärzt­li­chen Abrech­nung, die emo­tio­na­le Erpres­sung mit der dro­hen­den Abga­be oder gar Eutha­na­sie von Tie­ren auf­grund finan­zi­el­ler Pro­ble­me der Tier­hal­te­rin­nen oder Tier­hal­ter gilt es zu unter­las­sen und anders zu adres­sie­ren.

Die GOT zukunftsfest machen

Ein­zel­ne Posi­tio­nen, wie die Haus­be­suchs­ge­bühr, sind zu prü­fen. Grund­sätz­lich ist die GOT-Struk­tur bei­zu­be­hal­ten. In Teil­be­rei­chen ist eine Straf­fung und Zusam­men­fas­sung von Posi­tio­nen ange­bracht.

Die Wie­der­ein­füh­rung des Zeit­fak­tors als Instru­ment der fle­xi­ble­ren Preis­ge­stal­tung bei lang­wie­ri­gen und kom­ple­xe­ren Tätig­kei­ten ist zu begrü­ßen.

Durch die Neu­im­ple­men­tie­rung eines auto­ma­ti­schen Stei­ge­rungs­fak­tors z. B. kor­re­spon­die­rend zur Infla­ti­on, ist der Preis­ent­wick­lung Rech­nung zu tra­gen und einer star­ken Erhö­hung nach eini­gen Jah­ren zuvor­zu­kom­men.     

Qualität hat ihren Wert

Aus­rei­chen­de GOT-Sät­ze bie­ten Ver­sor­gungs­si­cher­heit. Qua­li­tät kos­tet Geld, zeit­ge­mä­ße Aus­stat­tung, moder­ne Dia­gnos­tik, fai­re Löh­ne und Wei­ter­bil­dun­gen für qua­li­fi­zier­te Mit­ar­bei­ten­de eben­so.

Durch die Ver­mitt­lung der Eigen­ver­ant­wor­tung der Tier­hal­ten­den für ihre Tie­re, eine hohe Trans­pa­renz sowie eine gute Kom­mu­ni­ka­ti­on der Prei­se, die ein­heit­lich GOT-kon­form von der gesam­ten Tier­ärz­te­schaft auf­ge­ru­fen wer­den, ist die Ver­brau­cher­ak­zep­tanz für den Wert der tier­ärzt­li­chen Leis­tun­gen zu erhö­hen.




„Du bist zeit­le­bens für das ver­ant­wort­lich, was du dir ver­traut gemacht hast.“ 

Antoine de Saint-Exupé­ry

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