Herbstlese beim BaT
Viele Termine und Aktivitäten bestimmten und bestimmen aktuell das Vereinsleben. Der Launch des 2. Tierärzte Atlas in Wörlitz im September, die 13. Mitgliederversammlung des BaT am 10.10. in Hannover, die Teilnahme am Parlamentarischen Abend der Bundestierärztekammer in Berlin am 14.10. und der anstehende DVG-Kongress mit BaT-Messestand am letzten Oktoberwochenende, ebenfalls in Berlin.

Drei Datenquellen, viele Erkenntnisse
Interessanter als die reine Teilnahme an den Veranstaltungen, sind die Themen innerhalb der Tiermedizin, die dort kontrovers diskutiert werden, insbesondere rund um die Gestaltung, den Wert und die Bezahlung von Arbeit aktuell und in der Zukunft.
Als Naturwissenschaftler halten wir uns dabei an Fakten. Drei aktuelle Datenquellen liefern wichtige Erkenntnisse über die Entwicklung der Branche und die Situation angestellter Tierärzt:innen.
1. GOT-Novelle: Wie werden die Auswirkungen bewertet?
Die Dissertation von Dr. Patrizia Vehns untersucht die Auswirkungen der GOT-Novelle auf Grundlage einer Befragung ein Jahr nach ihrem Inkrafttreten.
Kernaussage: Selbstständige Personen empfinden die wirtschaftliche Situation der Praxis deutlich positiver als angestellte Studienteilnehmende.
Frauen sehen ihre persönliche Einkommenssituation weniger stark verbessert als Männer.
2. BaT-Studie: Gehälter steigen, Arbeitsbedingungen bleiben kritisch
Die BaT-Studie zu den Arbeitsbedingungen und zur Arbeitszufriedenheit angestellter Tierärzt:innen zeigt, wie sich Gehälter und Arbeitsalltag in der Tiermedizin entwickeln.
Kernaussage: Die Gehälter in der Tiermedizin sind seit 2020 im Schnitt um 19% gestiegen, das ist positiv, allerdings trotz der GOT-Erhöhung in diesem Zeitraum, geringer als über andere Branchen, bei denen der Anstieg bei 23% lag. Lange Arbeitszeiten, Gesetzesverstöße gegen das Arbeitszeitgesetz, mangelnde Führungskompetenz bleiben kritisch.
3. Tierärzte Atlas 2026: Eine Branche im Wandel
Der am 25. September 2026 in Wörlitz vorgestellte Tierärzte Atlas 2026 liefert einen umfassenden Überblick über Daten und Entwicklungen in der Tiergesundheitsbranche.
Kernaussagen: Die Branche entwickelt sich dynamisch.
Tierzahlen im Rinder- und Schweinesektor sinken, Geflügel und Kleintiere sind stabil, Daten zu Pferdezahlen sind nicht aktuell, lassen aber einen zukünftigen Rückgang erwarten.
Die Zahl der niedergelassenen Tierärzt:innen verringert sich, allerdings verliert auch der Zuwachs bei den Angestellten an Dynamik. Ohne Tierärzt:innen aus dem Ausland wäre die Zahl der Berufstätigen erstmals rückläufig. Auch bei den beamteten Tierärzt:innen gibt es Nachwuchsprobleme.
Arbeitsstundenmangel bleibt Thema, nicht durch Abwanderung aus dem Beruf bedingt, sondern durch den hohen Anteil (rund 50%) an Teilzeitarbeit.
Praxisketten beschäftigen im Kleintierbereich mittlerweile 27–28%, im Pferdebereich 33% der Beschäftigten und haben damit eine große Bedeutung für den Arbeitsmarkt.
Gehälter sind gestiegen, im Akademikervergleich jedoch niedrig.

Vom Wissen zum Handeln: Dafür setzt sich der BaT ein
Ein sachlicher, faktenbasierter Diskurs ist die Grundlage für eine zukunftsfähige Tiermedizin. Deshalb engagiert sich der BaT auf verschiedenen Ebenen:
- Daten schaffen: Der BaT hat sich an der Finanzierung des 2. Tierärzte Atlas beteiligt, um eine fundierte Diskussion über die Entwicklung der Branche zu unterstützen.
- Wissenschaft stärken: Unsere eigene Studie zu den Arbeitsbedingungen und zur Arbeitszufriedenheit angestellter Tierärzt:innen wurde unter Federführung von Dr. Charlotte Jensen als Veröffentlichung in Veterinary Sciences publiziert und damit einem wissenschaftlichen Peer-Review-Verfahren unterzogen.
- Angemessene Gebühren sichern: Im Rahmen der GOT-Evaluation hat der BaT an den Interviews zur Verbände- bzw. Stakeholderanhörung im Rahmen der AFC-Studie teilgenommen und sich für den Erhalt, eine weitere Anhebung und eine jährliche Anpassung der GOT stark gemacht.
- Politischen Austausch suchen: Beim Parlamentarischen Abend der BTK hat der BaT den Austausch mit der Politik gesucht, um die Interessen angestellter Tierärzt:innen voranzubringen.
BaT Standards: Gemeinsam die Zukunft gestalten

Nicht zuletzt haben wir uns am 10. Oktober mit Euch, unseren Mitgliedern, zur Mitgliederversammlung in Hannover getroffen. Im Mittelpunkt standen der Austausch und die Überarbeitung unserer BaT Standards einschließlich der aktualisierten Gehaltsempfehlungen.
An dieser Stelle herzlichen Dank an alle, die dabei waren und sich in die lebhaften Diskussionen eingebracht haben!
Auf Grundlage unterschiedlicher Berechnungsgrößen – darunter der Inflationsausgleich, die bisher gezahlten Gehälter laut unserer Studie, die bisherigen Empfehlungen nach unseren BaT-Standards 2.1 sowie Gehaltsentwicklungen in anderen Branchen, beim Marburger Bund und in Tarifverträgen verschiedener Branchen – konnte der Vorstand die Zustimmung der Mitgliederversammlung zu angemessenen, richtungsweisenden und realisierbaren Empfehlungen mitnehmen. Diese werden in Kürze veröffentlicht.
Damit ist die Grundlage gelegt, um für jetzige und künftige Tierärzt:innen, zukunftsweisende Standards für Arbeitsbedingungen und Gehaltsempfehlungen vorzugeben, die ein Auskommen ermöglichen, monetäre Wertschätzung der wertvollen Arbeit sind und eine Perspektive für die Branche bieten.
Im Gespräch bleiben: Wir sehen uns beim DVG-Kongress!
Wir sind gespannt darauf, diese Themen mit Euch an unserem Stand (B7) beim DVG-Kongress in Berlin weiterzudiskutieren.
Kommt vorbei – wir freuen uns auf den Austausch!
