Wo bekomme ich Hilfe?
-TRIGGERWARNUNG -
Der heutige Welttag der Suizidprävention wurde von der International Association for Suicide Prevention (IASP) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen.
Laut einer Studie haben Tierärzt:innen in Deutschland im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein deutlich erhöhtes Suizidrisiko. Wir führen auf dieser Seite verschiedene Unterstützungsangebote für Tierärzt:innen und in der Tiermedizin Tätige auf.

Not One More Vet (NOMV)
Dr. Nicole McArthur gründete die Organisation Not One More Vet im Jahr 2014 nach dem Suizid einer Kollegin. Was als Facebook-Forum begann, entwickelte sich mit den Jahren zu einer hilfreichen Plattform, die Tierärzt:innen auf vielfältige Weise unterstützt, beispielsweise durch Seminare zur Stärkung der psychischen Gesundheit sowie mentaler und finanzieller Unterstützung in Notlagen.
Erhöhtes Suizidrisiko bei deutschen Tierärzt:innen
Nach einer Studie von Schwerdtfeger et al. (2020) besteht bei deutschen Tierärzt:innen ein um ein Vielfaches erhöhtes Suizidrisko im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung. Die Ergebnisse der Studie wurden in einem Online-Seminar der Berliner Tierärztlichen Gesellschaft vorgestellt und im Artikel “Erhöhtes Suizidrisiko auch bei Tierärztinnen und Tierärzten in Deutschland — Ergebnisse einer Studie zu möglichen Ursachen” zusammengefasst.
Weitere Studien konnten zeigen, dass die Arbeitsbedingungen wesentlich zur Entstehung psychischer Erkrankungen und einer Abwanderung aus dem Beruf beitragen.
Aktuelle Studie des BaT zeigt: Arbeitszufriedenheit ist nicht zufriedenstellend

Die aktuelle Studie des Bund angestellter Tierärzte zeigt, wie auch die Vorgängerstudie 2020, dass die Arbeitszufriedenheit deutscher Tierärzt:innen unter dem Niveau internationaler Kolleg:innen und Akademiker:innen liegt.
Unzufrieden waren viele Studienteilnehmer:innen mit dem Management, der Art und Weise, wie ihre Fähigkeiten genutzt werden, den Karriereperspektiven und dem Gehalt. Angestellte Tierärzt:innen, die in unternehmensgeführten Einheiten arbeiteten, waren unzufriedener als Kolleg:innen in inhabergeführten Praxen.
Hier geht es zum Originalartikel.
Vethilfe e.V.

Im Jahr 2024 wurde die Vethilfe e.V. gegründet, ein unabhängiger Verein nach dem Vorbild vetlife (Großbritannien), um alle in der Tiermedizin Tätigen bei der Bewältigung psychischer Belastungen zu unterstützen. Zu diesem Zweck hat der Verein eine Telefonhotline ins Leben gerufen. Die Anrufe werden von geschulten Freiwilligen beantwortet, die selber im tiermedizinischen Bereich arbeiten oder gearbeitet haben.
Die nächste Ausbildungsrunde für Freiwillige aus dem tiermedizinischen Bereich startet im Herbst 2026.
Die Hotline ist im Moment täglich zwischen 17 und 23 Uhr freigeschaltet. Eine Ausweitung der Sprechzeiten ist in Planung.

Die aktuellen Sprechzeiten sowie Informationen zur Mitgliedschaft und Mithilfe sind auf der Homepage der VETHiLFE e.V. zu finden.
BaT-Seminare und Kurse zum Thema Mental Health
Seit vielen Jahren bietet der BaT seinen Mitgliedern durch Kurse und Online-Seminare mentale Unterstützung.
Am 01.10.2026 startet der nächste dreimonatige Kurs “Resilienz stärken – Mehr Leichtigkeit im tierärztlichen Alltag” mit unserer Partnerin Ellen Preussing. Es sind noch wenige Plätze verfügbar. Näheres zum Kurs und die Möglichkeit zur Anmeldung ist hier zu finden.

Auch 2026 bieten wir wieder mehrere Online-Seminare mit Tierärztin und Coachin Anna Rademann an. Am 22.09.2026 geht es im ATF-zertifizierten Webinar “Was bin ich mir selbst wert 2.0 – Selbstwert statt Selbstzweifel” um die Einflussfaktoren auf den Selbstwert von Tierärztinnen und Möglichkeiten zur Stärkung des Selbstwerts. Die Aufzeichnungen der vergangenen Online-Seminare unserer Mental-Health-Reihe sind im internen Mitgliederbereich zu finden.

Angebote der Berufsgenossenschaft
Die Berufsgenossenschaft für Gesundheit und Wohlfahrtspflege (BGW) ist die gesetzliche Unfallversicherung für Menschen, die in Berufen aus den Bereichen Gesundheit und Soziales arbeiten. Arbeitgebende sind verpflichtet, die angestellten Tierärzt:innen bei der BGW zu versichern.
Die BGW bietet umfangreiche Informationen und hilfreiche Angebote für Arbeitgebende und Arbeitnehmende.
Zudem bietet die BGW Unterstützung nach traumatischen Erlebnissen im Arbeitsleben durch das Angebot einer telefonisch-psychologischen Beratung.
vetivolution

Unser Partner vetivolution ist eine gemeinnützige, spendenfinanzierte Organisation, deren Ziel die Verbesserung der mentalen Gesundheit aller in der Tiermedizin beschäftigten Personen ist.
Auf der Homepage von vetivolution sind zahlreiche Artikel und Links sowie Informationen zu Coachings und Soforthilfen zu finden.
Im TeamSupport-Programm von vetivolution besteht die Möglichkeit, eine einjährige Ausbildung zum/zur Unterstützer:in für mentale Gesundheit des eigenen Praxis- oder Klinikteams zu absolvieren. Derzeit gibt es eine Warteliste für das nächste Programm.
Wo erhalte ich Hilfe?
Im Akutfall ist die Telefonhotline der Vethilfe (siehe oben) und die Telefonseelsorge 24 Stunden unter folgenden Telefonnummern erreichbar:
0800 1110111 oder 0800 1110222
